Großtierrettung im Kreis Schleswig-Flensburg: Fachgruppe trainiert gemeinsam in Idstedt
Wenn Pferde oder Rinder in eine Notlage geraten, ist häufig mehr gefragt als die übliche Feuerwehrausrüstung. Für solche Einsätze gibt es im Kreis Schleswig-Flensburg seit diesem Jahr eine eigene Fachgruppe Großtierrettung. Am Dienstagabend, 13. Oktober, kamen die beiden bestehenden Einheiten in Idstedt erstmals zu einer gemeinsamen Übung zusammen.
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Derzeit gehören der Fachgruppe 24 Feuerwehrangehörige an. Sie verteilen sich auf die Standorte Tolk und Janneby. Die Tolker Einheit soll später nach Böklund umziehen. Weitere Standorte sind bereits vorgesehen: Langfristig sollen sechs Einheiten über das Kreisgebiet verteilt sein. Im Amt Geltinger Bucht laufen dafür bereits Planungen und die Ausbildung.
Die Einheiten verfügen jeweils über einen Anhänger mit spezieller Ausrüstung. Dazu zählen unter anderem breite Gurte, Hebegeschirre, Rettungstücher, Schleifplatten und Fußfesseln. Mit einem besonderen Hebebalken können Tiere mit einem Gewicht von bis zu zwei Tonnen angehoben werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Technik. Auch der richtige Umgang mit den Tieren und die Sicherheit der Einsatzkräfte spielen eine wichtige Rolle.
Im Einsatz wird die Fachgruppe über die Rettungsleitstelle alarmiert oder von der örtlichen Feuerwehr nachgefordert. Sie unterstützt mit geschultem Personal und der passenden Ausrüstung. Die örtlichen Kräfte bleiben dabei ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit, denn sie kennen die Gegebenheiten und können bei Bedarf weitere Unterstützung vor Ort organisieren.
Bei der Übung in Idstedt ging es vor allem darum, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Einheiten zu festigen und die Handgriffe mit der Ausrüstung zu trainieren. Dafür stand ein rund 230 Kilogramm schwerer Pferdedummy zur Verfügung. Die Einsatzkräfte übten daran die Rettung aus einem Graben.
Künftig kann auch an einem Rind geübt werden: Eine lebensgroße Übungskuh wurde bereits beschafft. Damit lassen sich weitere Einsatzlagen vorbereiten, denn die Rettung eines Rindes bringt andere Herausforderungen mit sich als die eines Pferdes.
Der Anstoß für die Großtierrettung im Kreis kam nach einem Einsatz im August 2019. Damals war ein Pferd in einem Moor versunken. Die Befreiung dauerte mehrere Stunden, spezielle Ausrüstung war nicht vorhanden. Hendrik Hansen von der Feuerwehr Süderfahrenstedt beschäftigte sich daraufhin intensiver mit Möglichkeiten einer sicheren und möglichst schonenden Rettung.
Es folgten Lehrgänge mit dem auf Großtierrettung spezialisierten Ausbildungsanbieter Com Cavallo. Gemeinsam mit der Kreiswehrführung und dem Kreis Schleswig-Flensburg entwickelte sich daraus schließlich das Konzept für eine kreisweite Fachgruppe.
Mit den beiden bestehenden Einheiten ist der Anfang gemacht. Weitere Standorte und regelmäßige Ausbildung sollen dafür sorgen, dass die Feuerwehren im Kreis bei solchen besonderen Einsatzlagen künftig auf zusätzliche Unterstützung zurückgreifen können.
Bilder & Text: Matz-Ole Paasch - Presseteam Kreisfeuerwehrverband Schleswig-Flensburg
Letztes Update: 2026-10-19
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